Wer ich bin und wer ich war
Eine schöne Rubrik. Was gibt es über mich zu erzählen? Wer bin ich? Wo komme ich her?Was machte mich zu dem, der ich heute bin? Wohin wird mein Weg gehen? Alles fragen, denen ich mich nun stellen werde. Dies ist genau das richtige Medium um mich selbst zu stellen. Geboren wurde ich in Berlin Köpenick am 10.05.1989. In meiner Kindheit war ich laut meinen Eltern schon mit der Musik verbunden. Ständig sang ich irgendwelche deutschen Schlagerlieder mit. Ja, Schlager! Ich war in einem Alter wo ich noch die Musik meiner Eltern hörte und dementsprechend auch lieben lernte. Doch habe ich mich nie wirklich auf das Singen oder die Musik konzentriert. Als ich die 6. Klasse abgeschlossen hatte und auf eine Oberschule kam, wurde mein Musikalischer Horizont erweitert. Wie viele im damaligen Alter, beugte man sich dem Gruppenzwang und hörte Hip-Hop und anderen Mist. Zur damaligen Zeit fand ich Techno noch ganz gut. Generell von harter Musik mit Gitarren und Schlagzeug, hatte ich bis dato noch nicht wirklich was mitbekommen. Zum Glück ging die Entdeckungstour im Hip-Hop nur ein paar Monate, als ich im Radio einen Song hörte, der mich wohl auf den Weg geleitet hat, den ich nun begehe.
Es war "All the small things" von Blink-182. Am meisten fasziniserte mich der Gesang und die Stimme. Die Gitarre stand da noch etwas im Hintergrund. Also kaufte ich mir das Album "Enema of the State" von Blink-182. Ich legte die Scheibe zu Hause ein und war völlig aus dem Häuschen. Ich hatte sowas vorher noch nie gehört bzw. wahrgenommen und jeder Song brannte sich in meine Hirnzellen ein und wurde von mir vergöttert. Die restlichen Alben folgten und wurden rauf und runter gehört. Langsam mutierte ich in der 7. Klasse zum Außenseiter und wurde schikaniert und ja.. eben all das, was dazu gehört. Jeder würde sagen, dass das normale Streiche der "Jugend" sind, doch schlägt es enorm auf das Gemüt. Wenn man dazu noch auf eine Schule gegangen ist, wo 99% der heutigen "Motherfucker peace of shit ich mach dich kaputt" Leute geformt wurden, war es umso schlimmer.
Zum Glück lernte ich relativ am Anfang meinen noch heute besten Freund Martin kennen. Man kann so ziehmlich sagen, dass er der erste richtige Mensch war, den ich mit voller Überzeugung Freund nennen kann. In der Grundschule war ich für meine "Freunde" meist auch nur der Lückenfüller wenn die "richtigen" Freunde mal keine Zeit hatten. Jedenfalls gingen wir zur damaligen Zeit bis heute durch dick und dünn. Durch ihn lernte ich auch seinen Freundeskreis kennen mit denen ich mich super verstand und der auch noch bis heute besteht. Wie heißt es so schön? Geduld, irgendwann findest auch du deinen Platz in der Welt.
Es ist nun 2001 und es ist das Jahr, an dem mein Opa starb. Wenn ich so darüber nachdenke, dann klingt es alles wie Schicksal. Ich bekam von meiner Oma seine Akustik Gitarre, auf der ich erste gehversuche startete. Doch war ich damals zu ungeduldig und ich lernte nur schwer dazu und beschäftigte mich mehr mit dem Computer als mit der Musik. Mein Musikgeschmack breitete sich weiter aus. Ich fand gefallen an diversen Ami-Punkbands wie The Offspring, Pennywise, Sum-41 usw. Ein paar Jahre später bekam ich dann auch schon meine erste E-Gitarre. Ein kleines Einsteigerset.
Da war ich nun. Leicht eingeführt in den Rock, bat ich meinen Onkel mir ein paar Metallica Alben auszuleihen. Und wieder sollte ein enormer Wendepunkt meines Lebens eintreten. Er gab mir anstatt Metallica zwei Onkelz Alben. Dopamin und E.I.N.S. Zu dem Zeitpunkt dachte ich auch, dass die Onkelz eine Rechtsradikale Band waren. Doch wurde ich durch späterer Recherche im Internet eines besseren belehrt. Auch das Buch "Danke für nichts" gab mir einen besseren Einblick. Ich legte also die erste Scheibe ein. Es war Dopamin. Noch nie hatte mich Musik vorher so berührt und mir aus der Seele gesprochen. Es war wie, als wären all die Jahre des "allein seins" geheilt worden. Ich gab mich der Musik hin und verkaufte meine Seele an die vier heiligen Dämonen. Der Song "Zu nah an der Wahrheit" lies mich jedes mal weinen. Und nun, wo ich an die Zeit zurück denke und der Song grad im Hintergrund läuft, kommen sie wieder - Die Tränen. Die Onkelz heilten meine kaputte Seele und dafür bin ich ihnen endlos Dankbar. Sie gaben mir Kraft und lehrten mich das kämpfen. Sie haben mich mit ihren Lieder das gelehrt, worin das Leben versagt hatte.
Mehrere Jahre sind vergangen und es war 2005. Ich war mit der Schule fertig und begann meine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei Mercedes-Benz. Wie sollte es schon sein? Irgendwas musste ich an mir haben, dass die Leute nicht leiden konnten. Die Ausbildung war die Hölle. Lediglich mit einer Person verstand ich mich, die dann für zwei Jahre mein Geselle war. Die letzten 1 1/2 Jahre folgten von diversen Krankschriften und quälerei. Dafür war das Leben außerhalb der Arbeit umso schöner.
Es war auch der Zeitpunkt, andem ein bestimmtes PC-Spiel das Licht der Welt erblickte. Hätte ich nur halb so viel Zeit in das Gitarre üben investiert, die ich in dieses Spiel gesteckt habe, dann wäre ich heute wesentlich weiter. Aber hey. Ich war 16. Aufjedenfall kam World of Warcraft auf den Markt und ich und meine Freunde zockten dieses Game. Ununterbrochen. In der Woche nach der Arbeit und am Wochenende. Bis zu 12 Stunden am Stück und länger. Nach zwei Jahren schwächelte das ganze so langsam und die Gitarre stellte sich wieder in den Vordergrund. Gut war ich damals noch nicht. Ich hatte ja schließlich kaum gespielt. Jedenfalls fing ich an die ersten Onkelz Songs nachzuspielen und 2007 war auch die Zeit, wo ich andere Bands aus dem deutschem Genre kennengelernt habe. Allerdings gab es eine Band, die ich weit vor den anderen Bands der deutschen Szene kannte und das war Frei.Wild. Als 2006 ihr Album Mitten ins Herz rauskam, haben auch sie mein Herz erobert. Es ist für mich das bis heute beste Album der Südtiroler.
Der erste eigene musikalische Abstecher war eine blödelei mit meinem Kumpel Martin. Das Projekt nannte sich zu erst Two Man Revolution(Kurz: IIMR) und später Hauptstadttrottel. Es war nichts besonderes. Wir haben einfach unseren blösinn den wir immer machten in Musik verpackt. Mal mit Gitarre und Computer drums, oder einfach nur mit Samples aus dem Musikprogramm. Es hat aber aufjedenfall Spaß gemacht.
Bis 2007 war mein Youtube Account auch mehr auf Spielevideos und son Zeug ausgelegt. Erst später lud ich erste Cover von den Onkelz oder Offspring hoch. Ich versuchte weiterhin mich im Gitarrenspiel zu verbessern und schaute Videos auf Youtube oder studierte die Konzert-DvDs der Onkelz. Im Jahr 2007 bin ich ebenfalls mit meiner noch heutigen Freundin zusammen gekommen und haben auch ein Kind.
Die Ausbildung neigte sich dem Ende zu und einen Job danach hatte ich nicht. Also dachte ich mir, dass ich mich auf die Suche nach einer Band mache. Im Internet fand ich eine Anzeige von einem Drummer, der eine Punkband gründen wollte. Ich stellte mich vor und spielte ein paar Sachen mit ihm und schon bei der ersten Probe entstand der Song "Lasst uns trinken". Einen Sänger hatten wir auch relativ schnell. Eine Bassistin fand sich erst ein halbes Jahr später. Die ersten Konzerte wurden unter dem Namen "Instant Nosebleed" gespielt. 2010 benannten wir uns in "neuWahl" um und holten noch einen zweiten Gitarristen ins Boot. Wir wollten generell ein bisschen weiter weg vom Punk und nährten uns mehr dem deutschen Hard-Rock. 11 Konzerte und ein Demotape, sowie ein verlorenes Finale in einem Bandcontest später, verlies ich ende 2010 die Band aus diversen Gründen. Es wurde außerhalb der Band einfach zu viel geredet und von anderen Leuten mitgewirkt, wodurch Streit entstand und viel kaputt gegangen ist. Da mir das alles zu viel war und meine neue Arbeit nicht gerade Bandfreundlich war, beschloss ich zu gehen. Ich glaube immernoch, dass der Rest dachte, es war leicht für mich. Was es überhaupt nicht war.. Es tat verdammt weh. Die Band war mein Baby, mein Liebling. All meine Kreativität und Hoffnung. Für mich alles Geschichte. Seitdem bin ich auf der Suche nach einer neuen Band.
Durch meine Band und meiner liebe zum deutschem Rock, infizierte ich auch meinen Vater mit dem Onkelz und Frei.Wild Virus. Meine Band unterstützte er mit all seiner Macht und wir gingen zusammen auf jedes Frei.Wild Konzert in Berlin. Ich war erst verwundert, da er nie solche Musik gehört hatte. Aber aus irgendeinen Grund schwappte auch zu ihm die Welle über. Auch sein bester Freund Christian kam mit zu unseren Konzerten und war auch bei einem Frei.Wild Konzert mit dabei. Leider verstarb er am 26.04.2010. Friede deiner Asche mein Freund.
Im laufer der Jahre entdeckte ich immer mehr verschiedene Musikrichtungen für mich. Manche sind sogar so abwegig, dass ich oft von Ignoranten gefragt werde:"Wie kann man denn das und das hören?? Das passt doch garnicht!!" Worauf ich immer wieder nur den Kopf schütteln kann. Ich kann hören was ich will. Ob deutschen Rock, Metal, Country, Punkrock oder Alternative. Von Oldie zur World Musik und wieder zurück. Ich höre knallharte Musik, aber auch ruhige melancholische sachen. Wenn die Leute nicht über den Tellerrand schauen können, soll das nicht mein Problem sein.
Ich begann also intensiver Gitarre zu spielen und stellte mehr und mehr Cover auf Youtube ein, die sich erstaunlicher weise großer beliebtheit bedienten. Ich fing an Wünsche entgegen zu nehmen und machte häufiger Videos und sah meine Abbonenten als eine Art Publikum an. Aufjedenfall hat mein Kanal momentan ca. 600 Abbonenten und genau diese Menschen motivieren mich dazu, weiter Videos zu machen. Es freut mich, wenn euch die Videos gefallen und wenn ihr sogar noch was dabei lernen könnt. Allerdings muss auch ich noch verdammt viel lernen. Ich sehe mich selbst nicht mal als "gut" an. Da ist aber auch die Frage:"Wo fängt gut an?" Das level im Gitarrenbereich ist so riesig, dass es auf die Richtung ankommt, in die man geht. Es gibt so viele Technicken... Es gibt beim Gitarre spielen sicherlich keine dreier Kombination alá "Schlecht, Mittel, Gut" sondern eher ein "Anfänger, fortgeschritten, mittel, gut, sehr gut, .... und der Rest ist nur noch eine Frage der Technick".
Und hier sitz ich nun. Nachdem ich 10 Jahre résumé gezogen habe merke ich, wie alles zu meinem heutigem Ich geführt hat. Ich danke euch, meinen Freunden, meiner Freundin, meiner Mutter und meinem Vater, die mich immer unterstützt haben und ebenso meinen Feinden. Ohne all diese Personen wär ich nicht der, der ich heute bin. Und ich danke mir :)
gez.
Paul Zillmer